Zur Windkraft und Energiewende

Ich möchte Sie, liebe Bürger aus Schömberg und allen Teilorten ermuntern, sich auch etwas intensiver mit der Sache zu beschäftigen. Es lohnt sich.

Als Besitzer eines Einfamilienhauses mache ich mir schon Gedanken, wie sich der Wert meiner Immobile entwickelt. Es liegt auf der Hand, dass sich ihr Wert negativ entwickeln wird, wenn ich nur knapp 1000m gegenüber eines Industrieparks wohne. Da tröstet es wenig, wenn die SPD-Fraktion uns Eigentümer wissen lässt, dass der Wertverlust ja nur im Falle eines Verkaufes entsteht. Solch eine Aussage ist etwas überheblich uns Betroffenen gegenüber und zeigt mir, dass der Wertverlust ja doch tatsächlich, entgegen aller Behauptungen, entstehen wird!! Man kann schnell in so eine Situation kommen. Die Arbeitsplatzsituation verändert; ein Wegzug ist unausweichlich. Arbeitslosigkeit, Frühverrentung; und Altersvorsorge ist viel weniger wert als angenommen. Ist eine Umfinanzierung noch möglich, wenn die Bank bemerkt, dass die Immobilie nicht mehr den Wert hat?

Zum Thema Infraschall. Die Forschungen hierzu sind in vollem Gang und längst nicht abgeschlossen und Gesundheitsschäden nicht ausgeschlossen. Es sind alle Teilorte betroffen. Infraschall reicht über zwanzig Kilometer. Die blinkende Dauerbeleuchtung im Wohnzimmer, Schlafzimmer etc. haben in Zukunft alle, die jetzt den Sendeturm sehen! Der hat nur die Höhe der Radnaben und dazu kommen nochmal 50 Meter Höhe für das Rotorblatt. Sie können den Turm auf der Langenbrander Höhe sehen? Nicht? Glück gehabt!  Aber Infraschall kann man nicht sehen und auch nicht hören.

Es gibt da noch so viele Unklarheiten, deshalb sind die Bedenken der BI berechtigt und angebracht. Die Forderung an die Gemeinde, uns Zeit zu verschaffen und nicht als einzige Gemeinde im Schwarzwald voraus zu stürmen um die Rot/Grünen Vorgaben zu erfüllen, ist eigentlich nur logisch. Also, weshalb die Eile? Wir sind doch nicht die einzige Gemeinde im Schwarzwald die Staatswalt hat.

Woher kommt eigentlich der Strom wenn kein Wind weht? Richtig! Er kommt vorrangig aus Kohlkraftwerken, die als Puffer für die Windkraftanlagen am Netz sind. Diese Anlagen arbeiten im Standby und belasten das Klima unnötig. Ich vergleiche es gerne mit folgendem Bild. Der Umwelt zuliebe fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Meine Frau fährt mit dem Auto hinterher, damit sie mich an der nächsten Steigung an Bord nehmen kann, weil mir die Puste ausgeht. Am Arbeitsplatz kann ich dann stolz verkünden, dass ich mit dem Fahrrad umweltfreundlich zur Arbeit komme. Dass meine Frau mit dem Auto mitfährt verschweige ich einfach.

Wir sind keine radikalen Windkraftgegner, aber der Standort der Anlage, die Speicherung des erzeugten Stroms und die Wirtschaftlichkeit muss auch Thema sein. Solange wir den alternativen Strom nicht im großen Stil speichern können, bringt die Windkraft unserem Weltklima nichts. Im Gegenteil, der CO2 Ausstoß steigt durch die Schattenkraftwerke weiter. Und der Strompreis ebenfalls.

Die geringe CO2 Einsparung durch unsere erneuerbaren Energien im Zeitraum von einem Jahr, wird in China an einem halben Tag freigesetzt!

Baden Württemberg ist das windärmste Bundesland in ganz Deutschland. Und dafür verschandeln wir unsere Natur, setzen unter Umständen unsere Gesundheit aufs Spiel, müssen den Wertverlust unserer Häuser in Kauf nehmen und setzen auch den Tourismus und die Naherholung, die Wochenend-Wanderer aus der umliegenden Gegend und die davon abhängigen Arbeitsplätze in der Gastronomie, den Gästehäusern und Pensionen aufs Spiel.

Machen Sie sich doch mal ganz emotionslos und neutral darüber Gedanken.

– Rolf Leonberger, Langenbrand –